Langeweile kennen wir nicht!

Im Jahr 2024 rückte die Freiwillige Feuerwehr Kirchwerder-Süd zu 180 Einsätzen aus. Keine andere Wehr im Bereich Vierlande wurde im gleichen Zeitraum so oft gerufen wie die Kameradinnen und Kameraden, deren Einsatzgebiet sich vom Zollenspieker bis zum Oortkaten erstreckt. Auch Hamburgweit gehören wir seit Jahren zu den Spitzenreitern; nur eine Hand voll Wehren wird häufiger alarmiert. Zusätzlich zu den Einsätzen werden jährlich 19 Übungen und 12 Schulungen speziell für unsere Maschinisten abgehalten. Zusätzliche Übungen, wie zum Beispiel die der Wettkampfgruppe, sind hier natürlich noch nicht inbegriffen. Wie man also erkennen kann: Freiwillige Feuerwehr ist nicht einfach nur ein Hobby, Freiwillige Feuerwehr ist auch eine zeitintensive Berufung. Wie Leistungssportler, die mehrmals die Woche trainieren, können auch wir mehrere Tage in der Woche bei der Feuerwehr verbringen. Viele Wochen sind ruhig, andere hingegen strotzen nur so vor Terminen und werden zusätzlich durch diverse Einsätze aller Art geprägt.

Doch neben all den Feuerwehrterminen finden wir auch immer wieder Zeit, um mit unserer Nachbarschaft zu feiern. Eines der größten und öffentlich präsentesten Ereignisse ist sicherlich unser Laternenumzug. Jeweils am zweiten Samstag im September findet dieser am Feuerwehrhaus statt. Der Umzug führt entlang der schmalen Deichstraßen vorbei an liebevoll geschmückten Gärten. 

Ebenfalls fröhlich und gut gelaunt, allerdings nicht öffentlich, feiern wir unseren gemütlichen Abend mit der gesamten Wehr im Februar eines Jahres. Ein gutes Essen und Musik vom DJ begleiten die Wehr hierbei durch die geselligen Stunden des Abends. Später im Mai sind dann die Partnerinnen der Kameraden allein auf ihrer Radtour unterwegs. In lustiger Runde wird hierbei das Umland erkundet, während einige Kameraden mit dem „Besenwagen“ die Tour begleiten und für die Verpflegung während der Fahrt sorgen. Im Juni wird bei sommerlichen Temperaturen zusammen mit der Ehrenabteilung dann unser Grillfest gefeiert, bevor Anfang August ein weiteres Highlight ansteht: Der Schlauchbootwettkampf. Bei diesem feuchtfröhlichen Spektakel jagen die Wehren der Bereiche Bergedorf, Vier- und Marschlande den Wanderpokal, was sich viele Kameraden nicht entgehen lassen wollen. Bevor im Dezember die Weihnachtsfeiern dann auch unser Jahr ausklingen lassen, verbringen wir meist noch einen Samstag im September miteinander. In großer Runde geht es dann zu einem Ausflug in Blaue. Dabei kann es sich um ein Swingolf-Turnier handeln, eine Tagestour in den Heide-Park oder eine gemeinsame Fahrt nach Helgoland. Jeder darf seiner Kreativität freien Lauf lassen und die anderen überraschen.

Wer jetzt denkt, dass das alles viel zu anstrengend ist, sei beruhigt: Niemand kann alle diese Termine wahrnehmen. Immer hat irgendjemand gerade den Geburtstag einer Tante zu feiern, am Wochenende zu arbeiten oder aus einem anderen Grund keine Zeit. Aber wer es gern möchte, der kann bei uns fast jeden Tag beschäftigt werden, denn: Langeweile kennen wir nicht!

Wie funktioniert eigentlich eine Freiwillige Feuerwehr?

Neben den offensichtlichen Aufgaben einer Feuerwehr, dem Rettungsdienst, der technischen Gefahrenabwehr sowie dem Brand- und Katastrophenschutz müssen auch viele andere Sachen erledigt werden. Dabei ergibt sich für jeden die Chance, eine Aufgabe innerhalb der Wehr zu erledigen. Durch die große Bandbreite ist für jeden etwas dabei; durch die Verteilung der Aufgaben auf viele Schultern wird der einzelne entlastet.

Nehmen wir zum Beispiel Chris (29): Als Mitglied des Festausschusses plant er Feierlichkeiten wie die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses oder das 125-jährige Jubiläum. Hierbei gibt es für den Festausschuss natürlich jede Menge zu beachten: Genehmigungen müssen eingeholt und Preise für die Verpflegung angefragt werden. Die Planung eines Festes wie dem Jubiläum zieht sich hierbei über mehrere Monate hin. Während dieser Planungen kommt dann auch Carsten (29) ins Spiel, denn Carsten ist als Kassenwart für unsere Finanzen zuständig. Er verwaltet sowohl die Kassen der Einsatzabteilung als auch des Fördervereins. Hierbei müssen Spenden verbucht, Rechnungen für ein Catering während unserer Hauptversammlung bezahlt oder auch auf die richtige Zusammenarbeit mit dem Finanzamt geachtet werden. Unerheblich ist hierbei die Beschaffung von Dienst- und Einsatzbekleidung, denn diese muss nicht von uns gekauft werden, sondern wird von der Stadt Hamburg gestellt. Sind dann die Verpflegungs- und Entertainmentfragen gelöst, die Feste gefeiert und die finanziellen Belange erledigt, kommt André (29) ins Spiel. Als Schriftführer sorgt er sich um unsere Chronik und hält beispielsweise Einsatzlisten auf dem Laufenden. Nur so sind wir dann später in der Lage, Festzeitschriften zu erstellen oder allgemeine Anfragen zu beantworten.

Auch im feuerwehrtechnischen Bereich gibt es natürlich Aufgaben, die neben dem Einsatzdienst anfallen. So ist Dennis (31) für den Zustand unseres Löschfahrzeugs 20/16 KatS verantwortlich. Er überprüft hierbei regelmäßig die Verkehrstüchtigkeit des Fahrzeuges und ersetzt beschädigte Ausrüstungsteile. Bei Unregelmäßigkeiten, die uns bezüglich des Fahrzeuges auffallen, ist Dennis der entsprechende Ansprechpartner, um anschließend Klarheit zu schaffen. Das kann bei einer Frage zu einem einzelnen Schalter in der Fahrerkabine beginnen und endet bei Werkstattaufenthalten, die geplant und eingehalten werden müssen. Während Dennis also das ganze Jahr über beschäftigt ist, ist Lars (29) nebenbei eher als Saisonarbeiter tätig. Er unterrichtet angehende Feuerwehrmänner und -frauen in der bereichsinternen Grundausbildung. Zusammen mit einem speziell geschulten Team von Bereichsausbildern wird den Anwärtern hier alles vermittelt, was für den Feuerwehrdienst erforderlich ist. Die Verteilung der Aufgaben im Brandschutzeinsatz ist hier genauso Thema wie der Umgang mit der Motorkettensäge oder die Versorgung von Schlaganfällen oder Herzinfarkten. Alles, was über diese 120-stündige Grundausbildung hinausgeht, wird dann später in Lehrgängen an der Feuerwehrakademie gelehrt.

 (Carsten, Dennis, Lars, Chris, André)

Erstversorgung

Unkraut jäten ist eine lästige Beschäftigung. Trotzdem sind zwei Leute zur gleichen Zeit damit beschäftigt. Andreas (55) im heimischen Garten, Holger (49) in der eigenen Gärtnerei. Beide verbindet außerdem, dass sie ihr Tun sofort unterbrechen, als sich ein vertrautes Piepen bemerkbar macht. Zu dem Piepen gesellt sich ein starkes Vibrieren des Digitalen Meldeempfängers, den die beiden zu jeder Tageszeit bei sich tragen. Kurz wird die Meldung auf dem Display studiert, danach machen sich Andreas und Holger schnell auf den Weg zum Feuerwehrhaus, Holger mit dem Motorrad, Andreas mit dem PKW – am Overwerder Bogen soll eine Frau nicht ansprechbar sein.

Am Feuerwehrhaus hat André (40) die gleiche Meldung erhalten. Er ist zufällig schon dort und bereitet etwas für die Übung am Nachmittag vor. Diesen zeitlichen Vorsprung nutzt er und betätigt den Alarm-Taster im Flur der neuen Unterkunft, bevor er in der Umkleide seine Schutzkleidung anlegt. Automatisch fährt währenddessen das Rolltor des Löschfahrzeugs 16/12 hoch und die Abgasabsauganlage springt an. Als André kurz darauf das Fahrzeug aus der Halle fährt, sieht er schon Holger und Thomas (36) um die Ecke fahren. Thomas eilt in die Umkleide, wo auch seine Schutzkleidung lagert. Holger hat seine bereits zu Hause angelegt, begibt sich zum Fahrzeug und nimmt rechts neben André Platz, wodurch er die Funktion des Gruppenführers bei diesem Einsatz inne hat. Nachdem Thomas, inzwischen umgezogen, im Mannschaftsraum Platz nimmt, erreicht Andreas den Fuß der Deichauffahrt und begibt sich ebenfalls zum Löschfahrzeug. Im Schlepptau hat er seinen Sohn Christian (21), der ebenfalls Mitglied der freiwilligen Feuerwehr ist. Beide eilen zu Thomas in den Mannschaftraum. Auf dem Beifahrersitz hat Holger über einen Tastendruck auf dem digitalen Funkgerät der Einsatzzentrale mitgeteilt, dass wir ausrücken. Neben ihm beschleunigt André das Fahrzeug zum Hauptdeich: Mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn geht es zum Overwerder Bogen. Seit der Alarmierung sind zwei Minuten vergangen.

Weitere drei Minuten vergehen, bis das Löschfahrzeug den Ort des Geschehens erreicht. Dort angekommen, stellt sich heraus, dass eine Fahrradfahrerin schwer gestürzt ist. Während André die Einsatzstelle mit Blau- und Warnblinklicht sichert, erkundet Holger die Szenerie nach weiteren Verletzten. Fünf Minuten nach der Alarmierung erreicht Thomas die verletzte Sportlerin und beginnt mit der Erstversorgung. Andreas und Christian haben das nötige Equipment vom Fahrzeug geholt und unterstützen ihn dabei. Zu allererst wird die Halswirbelsäule der ansprechbaren Patientin mit einer entsprechenden Stütze stabilisiert, Andreas schließt parallel dazu das Pulsoxymeter an und misst den Blutdruck. Christian erforscht nebenbei eventuell vorhandene Allergien, ob die Verletzte Medikamente einnimmt oder an schweren Erkrankungen leidet. Alle gewonnenen Erkenntnisse werden notiert, um sie anschließend an den Notarzt weitergeben zu können. Dieser landet unterdessen mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 29“ an der Einsatzstelle. Kurz zuvor hat Holger noch eine Rückmeldung abgesetzt und damit den Notarzt und den Rettungswagen informiert, dass die Patientin entgegen erster Befürchtungen doch ansprechbar ist. Mit der Landung des Hubschraubers trifft auch der Rettungswagen der Feuer- und Rettungswache Bergedorf ein. Zusammen mit der Hubschrauberbesatzung übernehmen die Kollegen der Wache die Patientin und bringen sie ins Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Boberg. Unsere Mannschaft macht sich ebenfalls auf den Heimweg. Im Feuerwehrhaus wird noch kurz geschnackt, bevor nach knapp einer Stunde alle wieder ihrer Arbeit nachgehen.

(Andreas G., Christian G., André S., Thomas, Holger)

Wer fährt den dicksten Benz?

Wer fährt den dicksten Benz in Kirchwerder?

Diese Frage kann natürlich mit einem klaren „WIR!“ beantwortet werden. Denn neben unserem Arbeitspferd, dem Löschgruppenfahrzeug 16/12 auf MAN-Fahrgestell, stellte uns die Stadt Hamburg im Jahr 2014 ein brandneues Fahrzeug auf dem Fahrgestell eines Mercedes Atego zur Verfügung. Die lang ersehnte Ablösung für ein LF 16 TS war damit endlich beschafft und unsere Wehr wieder auf dem neuesten Stand der Technik.

Doch zurück zum bereits erwähnten Arbeitspferd; zurück zu dem Fahrzeug, das uns seit dem Januar 1999 begleitet. Da es sich um ein Löschgruppenfahrzeug handelt, findet natürlich auch eine gesamte Gruppe darauf Platz. Aus dem Feuerwehrfachjargon übersetzt heißt das: Neben dem Gruppenführer haben der Maschinist, der Melder sowie drei Trupps, die aus zwei Feuerwehrleuten bestehen, ihren festen Sitzplatz auf dem Auto. Wir können also innerhalb kurzer Zeit neun Retter zum Einsatzort schicken. Der sogenannte Angriffstrupp hat während der Anfahrt sogar die Möglichkeit, sich bereits mit Pressluftatemschutzgeräten auszurüsten, die ihn bei einem Brand vor den giftigen Rauchgasen schützen. Am Einsatzort angekommen, können wir dann auf einen Tank mit 1.600 Litern Löschwasser zurückgreifen, was wiederum eine effiziente Brandbekämpfung innerhalb kürzester Zeit ermöglicht.

Aus der weiteren Beladung sind auch unsere hydraulischen Rettungsgeräte hervorzuheben. Zusätzlich zu einer kleinen und einer großen Rettungsschere versetzen uns ein Spreizer und drei Rettungszylinder in die Lage, verformte Autowracks zu öffnen, um Opfer nach Verkehrsunfällen zu retten. Aufgrund der Bauweise des Hydrauliksystems sind diese Geräte sogar unter Wasser einsetzbar. Ferner transportiert das LF 16/12 auch unsere meistgenutzte Ausrüstung, nämlich einen Rucksack mit verschiedenen Geräten zur medizinischen Erstversorgung, eine Einheit zur Sauerstoffgabe, verschiedenes Schienen- und Verbandmaterial und einen elektronischen Helfer, der wahrlich in der Lage ist, Leben zu retten: Den Defibrillator Corpuls1. Dieser kann im Falle eines Herzkammerflimmerns den nötigen Stromstoß abgeben, um den Herzschlag des Patienten bestenfalls zu normalisieren. Neben der Fähigkeit der unmittelbaren Lebensrettung verfügt der Corpuls1 außerdem über ein Pulsoxymeter und ein Elektrokardiogramm (EKG), welche der Überwachung von Puls, Sauerstoffsättigung und Herztätigkeit dienen.

Sollten wir im Laufe eines Einsatzes auf der Elbe tätig werden müssen, hilft uns das LF 16/12 natürlich nicht unbedingt weiter. Für Einsätze dieser Art haben wir ein Kleinlöschboot Typ 1, das uns mit seinem 75-PS-Aussenbordmotor schnell von A nach B bringt. Auf dem Boot, wie auch auf den beiden Löschfahrzeugen, haben wir die Möglichkeit, über Funkgeräte Kontakt zur Rettungsleitstelle der Feuerwehr aufzunehmen. Folglich können wir Lagemeldungen abgeben oder weitere Einheiten anfordern, falls dies nötig ist. Neben der Möglichkeit, auf dem Boot Ausrüstung zur Brandbekämpfung zu transportieren, verfügen wir auch über spezielle Ausrüstung zur Wasserrettung, die den sogenannten Bergetod von im Wasser treibenden Personen verhindert. Über eine „Jason´s Cradle“ genannte Kunststoffleiter retten wir Opfer dabei in möglichst waagerechter Lage aus ihrer Notsituation, um zu verhindern, dass kaltes Blut aus den Extremitäten zu schnell zum Körperzentrum zurückströmt und somit das Herz-Kreislauf-System überfordert.

Um zum coolsten Benz in Kirchwerder zurückzukommen: Das zweite Fahrzeug, das unsere Remise schmückt, ist ein Mercedes Atego, der uns mit seinen 285 PS ziemlich zügig zum Einsatz bringt. Das Fahrzeug ist im neuen Design der Hamburger Feuerwehr gestaltet und mit seiner tagesleuchtroten Beklebung im Straßenverkehr gut zu erkennen. Um andere Verkehrsteilnehmer auf uns aufmerksam zu machen, verfügt der Mercedes weiterhin über eine Sondersignalanlage mit Frontblitzern und neuester LED-Technik. Das dröhnende Martinshorn tut sein Übriges, um freie Fahrt zu schaffen. In der Fahrerkabine kann der Maschinist auf ein modernes Navigationsgerät mit eingearbeitetem Hydrantenplan blicken, um eine schnelle Orientierung zur erlangen. Außerdem erscheint dort der aktuelle Einsatzort, der von der Rettungsleitstelle direkt an das Navigationsdisplay übertragen wird. Im Mannschaftsraum hingegen findet man reichlich persönliche Schutzausrüstung und eine rote Kabinenbeleuchtung. Nein, diese wurde nicht gewählt, weil rot der Feuerwehr so gut gefällt, sondern weil das rote Licht den Fahrer nicht blendet, während der Angriffstrupp zum Beispiel seine Pressluftatemschutzgeräte während der Fahrt anlegt. Im hinteren Teil des Fahrzeugs befindet sich neben einem pneumatisch ausfahrbaren Lichtmast, einem Stromerzeuger, über 700 Metern Schlauch, einer Tragkraftspritze und vielen weiteren praktischen und notwendigen Ausrüstungsgegenständen auch die Feuerlöschkreiselpumpe. Die Pumpe ist mit ihrer Förderleistung von 2.000 Litern Wasser pro Minute in der Lage, jede Minute zehn Badewannen zu füllen. Sollte uns das, vielleicht beim Lenzen eines voll Wasser stehenden Kellers, nicht reichen, können wir über die Tragkraftspritze und eine ebenfalls an Bord mitgeführte Elektrotauchpumpe die Förderleistung auf 3.800 Liter pro Minute erhöhen. Abgerundet wird die feuerwehrtechnische Ausstattung von einer Steck- und einer Schiebleiter, welche uns schnell in Fenster oder auf Dächer steigen lassen. 

 

Zusammenfassend kann man ohne Zweifel sagen: Wir fahren nicht nur den dicksten Benz in Kirchwerder – sondern darüber hinaus auch den coolsten!

 

Unser Feuerwehrhaus

Ob Nord, ob Süd, ob Ost, ob West, to Hus is best. Nachdem wir über 40 Jahre im Feuerwehrhaus am Sander Deichweg verbracht hatten, war es im August 2015 endlich soweit: Der Umzug ins neue Domizil „In de Wisch 29“ stand an. Dort stehen uns auf über 350 Quadratmetern eine geräumige Fahrzeughalle, eine angemessene Umkleide und gemütliche Sozialräume neben einer modernen Küche zur Verfügung.

Im Alarmfall wird uns das zügige Ausrücken inzwischen durch zeitgemäße Technik erleichtert. Ein spezieller Taster setzt dabei verschiedene Abläufe in Gang. Zum einen öffnet er das Tor des ersten Fahrzeuges, weiterhin wird die Abgasabsauganlage aktiviert, um uns vor schädlichen Auspuffgasen in der Fahrzeughalle zu schützen. Zusätzlich schaltet der Taster die Beleuchtung auf den Alarmwegen an, sodass wir nicht durch dunkle Hallen wandeln müssen. Wer bis dahin noch nicht zu uns gestoßen ist, kann gegebenenfalls noch schnell sein Auto auf einem der 18 Parkplätze abstellen, bevor wir uns gemeinsam auf den Weg zum Einsatz machen. Sobald wir mit dem Fahrzeug das Feuerwehrhaus verlassen haben, ermöglicht eine Fernbedienung das Schließen des Rolltores, um keine wertvolle Zeit zu verlieren.

Wieder am neuen Haus angekommen erwartet uns bereits das offene Rolltor – dank Fernbedienung. Nun noch schnell die Absauganlage und die Ladeerhaltung am Fahrzeug angeschlossen, und schon sind wir wieder einsatzbereit. Die Ladeerhaltung sorgt bis zum nächsten Einsatz für volle Batterien, was für Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst enorm wichtig ist, denn schließlich zählt oft jede Sekunde. Beim zweiten Fahrzeug ist außerdem schon eine Rettbox vorhanden, über die das Fahrzeug auch mit Druckluft versorgt wird. Überdies wird bei dieser Installation der Ladestecker der Rettbox abgeworfen, sobald der Motor gestartet wird – wieder ein paar Sekunden gespart. Die zum Einsatz ausgerückten Kameraden haben inzwischen ihre Schutzkleidung in geräumigen Spinden untergebracht. Jeder verfügt über einen eigenen Schrank, der die Einsatzbekleidung und den Helm fasst, und zusätzlich ein Wertfach enthält, in dem Geldbörse und Handy vor dem Einsatz verstaut werden können. Über eine Abluftanlage und die Heizung, die unter den Spinden angebracht ist, wird dafür gesorgt, dass nasse Einsatzkleidung schnell wieder trocknet.

Auch verfügt das neue Feuerwehrhaus über die bereits angesprochenen Sozialräume. Herzstück ist der Aufenthalts- und Schulungsraum, der Platz für die ganze Wehr bietet. Hier kann mit der Unterstützung moderner Medien unterrichtet und gelehrt oder auch gemütlich zusammengesessen werden. Der lichtdurchflutete Raum bietet einen direkten Zugang zum Hof, sodass im Sommer dort gegrillt werden kann. Ein echter Blickfang ist auch der Pokalschrank, der durch diverse Erfolge in Vergangenheit und Gegenwart sehr gut gefüllt ist. Angeschlossen an den Aufenthaltsraum findet sich die moderne Küche, in der kein Wunsch unerfüllt bleibt. Hier kann die Wehr zu jeder Gelegenheit versorgt werden. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flurs befinden sich die Waschräume. Komplettiert wird alles durch einen Lagerraum, der sowohl von der Remise als auch vom Flur aus begangen werden kann, und das Wehrführerbüro, in dem alle Schreibarbeiten erledigt werden und viele Akten eingelagert sind. Unser neues Heim wird also durch viel Platz, modernste Ausstattung und gut durchdachte Lösungen zu einem der fortschrittlichsten Feuerwehrhäuser Hamburgs. Rundgang im Feuerwehrhaus

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